Am Morgen des 3. Oktober 1848 steht der demokratische Dichter Ferdinand Freiligrath in Düsseldorf vor Gericht. Die Anklage lautet: »Aufreizung der Bürger und Aufruf zum Umsturz der Verfassung«.
In seinem Gedicht »Die Todten an die Lebenden« lässt Freiligrath die Märzgefallenen, die Getöteten der Kämpfe auf den Barrikaden in Berlin im März, sprechen. Sie klagen die Halbherzigkeit der bisher erreichten Reformen an, zeigen das Erstarken der Reaktion insbesondere mit der Niederlage im Juni in Paris an und fordern den Grimm ein:
»Die halbe Revolution zur ganzen wird er machen! Die rothe Fahne läßt er wehn hoch auf den Barrikaden.«
Zitat nach Die Todten an die Lebenden
Freiligraths Verteidiger verweisen auf die poetische Sprache und dass es aufgrund des Gedichtes keineswegs, obwohl in einer Auflage von 9000 Drucken um Umlauf gebracht, zu Aufreizungen gekommen sei. Die Geschworenen sind sich innerhalb kürzester Zeit einig: Freiligrath wird freigesprochen und ein Umzug mit über 10.000 Menschen durch die Stadt lässt ihn hochleben.
Tage später beginnt Freiligrath als Auslandsredakteur der Neuen Rheinischen Zeitung zu arbeiten, die von Karl Marx und Friedrich Engels herausgegeben wird.

