Im September 1848 sind die revolutionären Funken schon fast erloschen. Die Nationalversammlung in Frankfurt, die über eine Verfassung beraten soll, verzettelt sich. Da wird auch der deutsch-dänische Krieg über die Zuordnung Schleswig-Holsteins zur Zerreißprobe.
Preußen hat im August einen Waffenstillstand mit Dänemark zugestimmt, den die Nationalversammlung im ersten Gang ablehnt.
Durch eine dreitägige Debatte erreichen die liberalen und konservativen Abgeordneten schließlich eine Mehrheit. Am 16. September 1848 wird der Vertrag von Malmö ratifiziert. Damit zeigt sich der Bevölkerung die Machtlosigkeit der Nationalversammlung und die Abhängigkeit von der preußischen Regierung.
Die Bevölkerung reagiert
Am folgenden Tag treffen sich mehr als 10.000 Menschen auf der Pfingstweide, um das weitere Vorgehen und die Bedeutung für die Nationalbewegung zu diskutieren. Einen Austritt der radikal-demokratischen Politiker aus der Nationalversammlung, um eine eigene Versammlung zu gründen, wird am Ende aus Furcht vor Ausschreitungen verworfen. Schon wieder und immer wieder fühlt sich das Volk, die Arbeiter und Handwerker, von den von ihm gewählten Parlamentarier enttäuscht, das Vertrauen entschwindet.
Dafür beschließt man eine bewaffnete Volksversammlung an nächste Tag auf dem Roßmarkt, in direkter Nähe der Paulskirche, wo die Nationalversammlung tagt, wohl wissend, dass inzwischen preußische und österreichische Truppen um die Paulskirche positioniert sind.
Am 18. September versuchen die Abgeordneten, geschützt durch die Soldaten, in der Paulskirche ganz normal zu debattieren. Gegen 11 Uhr übergeben die Anführer des Aufstandes die tags zuvor beschlossene Petition, in der die Mehrheit der Abgeordnete als Vaterlandsverräter beschimpft wird. Die Petition wird verlesen, dann unterbricht der Präsident die Sitzung für zwei Stunden.
Derweil drängen sich vor der Paulskirche Arbeiter, Handwerker und auch einige Bürger. Erst Steine fliegen gegen die verhassten Preußen. Durch einen Seiteneingang dringen einige Aufständische sogar in die Paulskirche ein, werden aber vor dem Sitzungssaal aufgehalten. Als die preußischen Soldaten versuchen, die Nordseite der Paulskirche zu sichern, werden drei Männer verletzt.
Das vergossene Blut reizt die Menge, nun wird wieder Revolution gerufen. Schnell sind die ersten Barrikaden gebaut, während den Abgeordnete in der Paulskirche angst und bange ist.
Um 14 Uhr gibt der Kommandeur der Bundestruppen, Generalmajor Johann Graf Nobili den Befehl, den Aufstand zu zerschlagen.
Doch die zahlenmäßig unterlegenen ca. 600 Aufständischen halten sich gut, zwingen die Soldaten teils sogar zum Rückzug. Erst einem zusätzlichen Regiment aus Hessen können die Aufständischen keine Gegenwehr entgegenbringen.
Vor der letzten Barrikade an der Bornheimer Pforte halten die Soldaten an, weil gegen 17 Uhr auf Betreiben von demokratischen Abgeordneten mit der provisorischen Reichsregierung eine einstündige Waffenruhe vereinbart ist. Als den Kämpfenden auf der Barrikade angeboten wird, sich zu ergeben und ihr Leben zu retten, aber sich dafür vor Gericht zu verantworten, lehnen sie ab. Sie wollen lieber weiter kämpfen, obwohl die Lage aussichtslos ist.
Erst in der Nacht zum 19. September wird die Barrikade eingenommen, der Aufstand beendet.
