Historische Kriminalpost

Rückblick auf den Dezember 1848 und ein Lebkuchenrezept von 1849 – dazu viele Elefanten
Zuletzt war es hier ruhig. Was sich hinter der ausgedehnten Pause verbirgt, erzähle ich auch. Weiterhin liest du von richtungsweisenden Ereignissen im Dezember 1848 in Frankfurt und Berlin, von Lebkuchen und Elefanten.
Als Buch stelle ich diesmal ein aktuelles Buch von Gaea Schoeters vor: »DAS GESCHENK« zum Start der Bücherfanten, meinem Bücher – und SchreibBlog.
Und wieder inspirieren dich hoffentlich zwei neue Schreibimpulse.
Die Kriminalpost wird nun in einer neuen Form erscheinen. In der Mail, die du einmal im Monat bekommst, gibt es eine Übersicht mit einigen Links zu den einzelnen Themen auf meine Homepage (Sie öffnen sich jeweils in einem neuen Tab). Du kannst die Post also hier komplett auf der Homepage lesen, oder du schaust, welches Thema dich besonders interessiert und kommst mit dem Button direkt zu der entsprechenden Stelle auf der Homepage.
Die Grundrechte des deutschen Volkes – Dezember 1848
Als die Revolution von 1848/49 in vielen deutschen Staaten bereits ins Stocken geriet, setzte die Frankfurter Nationalversammlung im Dezember 1848 noch einmal ein deutliches Zeichen. Mit dem »Reichsgesetz betreffend die Grundrechte des deutschen Volkes«, verabschiedet am 21. Dezember 1848 und verkündet am 28. Dezember, formulierte sie erstmals einen umfassenden Katalog moderner Freiheits- und Bürgerrechte für ganz Deutschland.
Ein revolutionärer Anspruch
Die Abgeordneten in der Frankfurter Paulskirche wollten mehr als eine nationale Einigung. Sie wollten die politischen Lehren aus den revolutionären Erhebungen des Jahres ziehen und dauerhaft absichern, wofür im März auf den Barrikaden gekämpft worden war – auch in Berlin. Die Grundrechte sollten das Fundament eines neuen deutschen Rechtsstaates bilden.
Der Katalog garantierte unter anderem:
- Gleichheit vor dem Gesetz
- Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit
- Religionsfreiheit
- Unverletzlichkeit der Person und des Eigentums
- Abschaffung feudaler Vorrechte
Damit bewegte sich die Nationalversammlung deutlich im Geist des liberalen und demokratischen Denkens des 19. Jahrhunderts.
Bedeutung für Berlin und Preußen
Gerade für Berlin war dieser Schritt von besonderer Tragweite. Nur wenige Wochen zuvor, am 5. Dezember 1848, hatte König Friedrich Wilhelm IV. die Preußische Nationalversammlung aufgelöst und eine eigene Verfassung oktroyiert. Während in Preußen die Reaktion siegte, hielt Frankfurt noch an den Idealen der Volkssouveränität fest.
Der Grundrechtekatalog stand somit in einem scharfen Kontrast zur politischen Realität in Berlin: Dort wurde die revolutionäre Bewegung militärisch und administrativ zurückgedrängt, während in Frankfurt ein freiheitliches Zukunftsmodell formuliert wurde.
Ein kurzer Sieg mit langer Wirkung
Tatsächlich blieben die Grundrechte nur kurze Zeit in Kraft. Nach dem Scheitern der Reichsverfassung im Jahr 1849 wurden sie von den meisten deutschen Einzelstaaten wieder aufgehoben. Dennoch war ihr historischer Einfluss enorm. Viele Formulierungen und Ideen lebten später weiter – in Landesverfassungen, in der Weimarer Reichsverfassung und schließlich im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Fazit
Auch wenn die politische Macht fehlte, schuf die Frankfurter Nationalversammlung mit den Grundrechten ein Vermächtnis, das weit über das Scheitern der Revolution hinausreichte. Für das »lange 19. Jahrhundert« bleibt dieser Moment ein Schlüsselereignis: Die Idee, dass Freiheit und Rechte nicht Gnadenakte der Monarchie, sondern unveräußerliche Ansprüche der Bürger sind, war nicht mehr aufzuhalten.
Die Bücherfanten – mein Bücher- und SchreibBlog

Wer oder was sind die Bücherfanten, fragst du dich vielleicht?
Sie sind ein Grund, warum es in letzter Zeit ruhiger war. Denn die Bücherfanten begleiten einen Bücher- und SchreibBlog, in dem ich Bücher – hauptsächlich historische, aber nicht nur – vorstelle und rezensiere.
Dafür habe ich in den letzten Monaten sehr viel gelesen und wenig geschrieben.
Der Blog läuft über meine zweite Webseite www.babettefritzsching.de, auf der ich die Bücher vorstelle.
Auch über drei Anthologien mit meinen Geschichten berichte ich.
Der zweite Schwerpunkt ist das Schreiben. Neben Schreibimpulsen gibt es Einblicke in meine drei Schreibkalender:
- Schreibst du schon? mit über 100 Schreibimpulsen und Tipps, wie man die Routine aufbaut und dranbleibt
- Schreibst du weiter? mit 84 neuen Schreibimpulsen
- Schreibst du? Durch das Jahr mit 365 neuen Schreibimpulsen
Und auf der Webseite stelle ich auch die ScriboMente vor.
20000 Elefanten in Berlin – ein unwillkommenes Geschenk schlägt politische Wellen
Das Geschenk von Gaea Schoeters, Paul Zsolnay Verlag, 2025
[Rezensionsexemplar, eigene Meinung, Werbung]
Darum geht es
An einem Tag tauchen in Berlin afrikanische Elefanten auf. Nicht einer, nicht zwei, sondern 20000 Elefanten hat ein afrikanischer Staat der Regierung in Berlin geschenkt, weil sie sich mit einem Gesetz gegen das Töten von Elefanten in die staatseigenen Geschäfte einmischen. Denn in dem afrikanischen Staat sind die Elefanten eine Plage.
Nun also auch in Berlin. Die Koalition, die auf wackligen Beinen steht, und insbesondere ihr Kanzler, müssen sich damit auseinandersetzen, denn die Elefanten dürfen nicht eingesperrt und erst recht nicht getötet werden.
Meinen Eindruck und Fazit findest du bei den Bücherfanten.
Schreibst du schon?
Ich möchte dich ermutigen, den Stift selbst in die Hand zu nehmen, mit zwei Impulsen aus meinem Adventskalender 2024. In zwei Beiträgen auf dem Bücherfanten – Blog gibt es mehr.
Schreibimpuls aus dem kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry: Vulkan.
Schreibimpuls aus dem Vogel, diesmal aus einer Geschichte von Sylvia Runkel: Alkohol.
»dem vogel geht es gar nicht gut«
Gute Gedanken!
Etwas zu Naschen
Aus dem praktischen Kochbuch für gewöhnliche und feinere Küche, Henriette Davidis, 1849
Baseler Lebkuchen. (Ganz vorzüglich.)
Zu ½ Maß altem Honig (derselbe muß wenigstens 1 Jahr alt sein, weil sonst die Kuchen nicht zusammenhalten) nimmt man 1¼ Pfund Zucker, 3 Loth Zimmet, ½ Pfund ungeschälte Mandeln, 1 Stück Muskatblüthe, ½ Loth Nelken, ½ Pfund Zitronat, ½ Pfund Pomeranzenschale, von 2 Zitronen die Schale, 3 Pfund Mehl, 1 Glas Kirschwasser, zwei Messerspitzen gereinigte Pottasche oder Amonium.
Der Honig wird mit dem Zucker aufs Feuer gesetzt, wenn er zergangen ist und steigt, werden die grob geschnittenen Mandeln eine gute Weile darin geröstet, dann wird er vom Feuer genommen, das Gewürz, die zerschnittene Pomeranzenschale und wenn er nicht mehr zu heiß ist, die Pottasche durchgerührt.
Nachdem kommt das Kirschwasser und zuletzt das Mehl hinzu. Man rollt den Teig, so lange er noch warm ist, zwei Messerrücken dick aus, macht viereckige Stückchen daraus und legt sie dicht zusammen auf ein dick mit Mehl bestäubtes Blech und läßt sie über Nacht liegen.
Man backt sie bei gelinder Hitze. Die Hitze nach dem Brod in einem Bäckerofen ist eine geeignete.
Noch heiß werden sie mit einem Messerchen durchgeschnitten und nachdem sie kalt geworden sind, von einander gebrochen. Zum Guß läutert man Zucker, läßt ihn kochen, bis er Faden zieht und bestreicht die Kuchen damit.
Davidis, Henriette: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche. 4. Aufl. Bielefeld, 1849, S. 332. In: Deutsches Textarchiv .
Danke Dir, dass Du die historische Kriminalpost abonnierst und liest. Gerne kannst Du mir sagen, was Dir gefällt und was Du gerne lesen möchtest.
Ich wünsche Dir eine besinnliche Zeit, ein frohes Fest und alles Gute für Dich und die Deinen.
Bis zur nächsten Post im Januar. Dann geht es um das Berliner Polizeipräsidium am Molkenmarkt, wie es dort im 19. Jahrhundert wohl gewesen sein mag.
Viele Grüße
Maria

Guten Abend,
tatsächlich habe ich bereits den Spam-Ordner durchgeschaut, ob ich eine Nachricht von dir verpasst habe oder ob ich mich irrtümlich abgemeldet habe. Nun bin ich beruhigt und freue mich über deine neue Post. Vielen Dank für deine Mühe!
Mir haben die Rezepte mit ihren Maßangaben gefallen. (Zwei Messerrücken dick )
Ich wundere mich, woher du die Zeit nimmst.
– Am eigenen Manuskript schreiben.
– Brotberuf
– Homepage betreuen.
Mich interessiert, was sich aus dem Besuch der Buchmesse in Leipzig für dich ergeben hat.
Liebe Grüße Gisela
Liebe Gisela,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, ich gebe zu, Du warst nicht die Einzige, die etwas ratlos in ihren Mail-Account geschaut hat.
Vieles fällt mir beim Recherchieren in die Hand, aber ich gebe zu, dass ich im Moment eher lese und weniger an meinem Manuskript arbeite.
Für 2026 habe ich mir eine persönliche Deadline gesetzt, dass das Buch nun bis April fertig sein wird.
Dazu kommen natürlich die regelmäßigen historischen Kriminalbriefe 😉
Leipzig war sehr interessant, ich konnte einige gute Gespräche führen, aber konkrete Angebote haben sich leider noch nicht ergeben.
Liebe Grüße